|
1828 gründete Anton Philipp Reclam den Verlag des literarischen Museums in seiner Heimatstadt Leipzig, nach dem er dort zuvor eine Leihbibliothek, das Litherarische Museum gekauft hatte. 1837 benannte er ihn in Philipp Reclam jun. um und erwarb zwei Jahre später eine Druckerei.
1858 erschien eine Shakespeare-Ausgabe, die als Vorläufer der Universal-Bibliothek gilt. 1867 kam der Durchbruch für Reclam: auf der Bundesversammlung des deutschen Bundes vom 9.11 trat die Regelung in Kraft, die das Urheberrecht deutscher Autoren auf 30 Jahre nach deren Tod befristete, danach wurden sie Allgemeingut und somit verwertbar. Bereits der erste Band der Universal-Bibliothek war ein Klassiker: Goethes Faust. Dabei halfen modernste Technik und erfolgreiches Marketing, dass Reclam seine Bücher in Taschenbuchformat sehr günstig verkaufen konnte.
Die Universal-Bibliothek wuchs, pro Jahr erschienen rund 140 Bände - neben deutschen Autoren auch europäische Literatur , antike und philosophische Werke, Gesetzestexte, musikalische Werke (Opern) und Unterhaltungsliteratur.
1896 starb Anton Philipp Reclam in seinem Geburtsort Leipzig. Sein Verlag aber lebte weiter. 1905 wurde das neue Verlagsgebäude in dem Buchhändlerviertel Leipzigs bezogen. Die hauseigene Dampfmaschine erzeugte dabei u. a. die Energie für die über 40 Schnellpressen der Druckerei.
1908 erschien der 5000. Band der Universal-Bibliothek. 1912 setzte der Verlag erstmals Verkaufsautomaten ein. Ab 1920 wurden auch gegenwärtige Autoren verlegt. 1928 hielt Thomas Mann die Laudatio zu dem 100-jährigen Bestehen des Verlages.
Während der Zeit des Nationalsozialismus durften viele Werke, vor allem jüdischer Autoren, nicht mehr veröffentlicht werden. 1934 wurde das Urheberrecht auf 50 Jahre verlängert. Bei den Bombenangriffen 1943 wurden die Verlagsgebäude schwer getroffen, über 450 t an Taschenbüchern wurden ein Opfer der Flammen.
Nach 1945 übersiedelte Ernst Reclam , der Eigentümer, in den Westen, da die Arbeit in der sowjetischen Besatzungszone nicht ca. deutlich erschwert war, sondern der Verlag auch teilenteignet wurde. 1947 gründete er in Stuttgart die Reclam Verlag GmbH mit acht Buchtiteln und produzierte vorwiegend für Schulen. 1959 erschien der 1000. Band.
1967, beim 100-jährigen Geburtstag der Universal-Bibliothek, waren über 1100 Titel erhältlich, die nun mehr und mehr Universitäts-Niveau erhielten. 1970 erscheinen die Taschenbücher in ihrem bis heute gültigen Aussehen: Gelb für deutsche Ausgaben und Orange für zweisprachige Ausgaben; ab 1983 Rot für fremdsprachliche Ausgaben. 1980 wurden die neuen Verlags- und Druckereigebäude in Ditzingen bezogen.
1992 entstand nach der Reprivatisierung des Leipziger Stammhauses die Tochtergesellschaft Reclam Bibliothek Leipzig. Ab 1995 wurde der Verlag multimedial: zuerst auf CD-ROM, ab 1998 via Internet und ab 1999 mit Hörbuchausgaben. In dem selben Jahr gab es auch eine Ausstellung mit den bemalten, beschriebenen und verunstalteten Umschlagseiten der von Schülern benutzten Ausgaben.
Am 1.10 2003 feierte der Verlag sein 175-jähriges Bestehen.
Buch-Tipp: Bis(s) zum Abendrot: Band 3 Positiv überrascht Zwei Tage - Mehr Zeit brauchte ich nicht um den dritten Teil aus Stephenie Meyers Mystery-Reihe zu lesen. In dem Grunde hätte ich es auch direkt an einem Stück verschlingen können, wenn mein Körper nicht um halb ein Uhr Nachts dringend nach Schlaf geschrien hätte. . .
"Bis zu dem Abendrot" ist wirklich gelungen, ich bin echt Fan... |